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Unternehmen und Märkte

88 Prozent weniger Plastiksäcke verbraucht

88 Prozent weniger Plastiksäcke verbraucht
Bild: Robert Altermatt

Nach einer 2016 abgeschlossenen Branchenvereinbarung wurde der Verbrauch an Einwegplastiksäcken im Detailhandel drastisch reduziert. Neueste Zahlen zeigen: Im Vergleich zu 2016 wurden im letzten Jahr über 88 Prozent weniger Einwegplastiksäcke verwendet. Auch der Verbrauch an Plastiktragetaschen konnte bedeutend gesenkt werden.

Um den Verbrauch an Einwegplastiksäcken im Lebensmitteldetailhandel zu reduzieren, schlossen die IG Detailhandel Schweiz und die SWISS RETAIL FEDERATION 2016 die «Branchenvereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von Einwegplastiksäcken» ab. Konkret sollte der Verbrauch bei Kassen, an denen primär Lebensmittel verkauft werden, bis 2025 um 70 bis 80 Prozent reduziert werden.

Dieses Ziel wurde schon im Folgejahr übertroffen: 2017 verzeichneten die rund 30 Unternehmen, welche die Branchenvereinbarung unterzeichnet hatten, eine Abnahme von 84 Prozent. Die beteiligten Unternehmen ruhten sich auf diesem Ergebnis aber nicht aus. Stattdessen wurde der Verbrauch an Einwegplastiksäcken weiter reduziert.

Freiwillig reduzieren anstatt verbieten

Jetzt wurde ein neuer Meilenstein erreicht. Aktuelle Zahlen zeigen, dass 2022 im Vergleich zu 2016 exakt 88,46 Prozent weniger Einwegplastiksäcke verwendet wurden. Waren es 2016 noch 417'781'000 Säcke, wurden 2022 nur noch 48'212'150 Stück abgegeben.

«Die Branchenvereinbarung entstand als Gegenentwurf zu einem Verbot von Plastiksäcken, das 2016 diskutiert wurde. Dass die Zahlen in nur sechs Jahren so drastisch gesenkt werden konnten, beweist, dass eine Abfallreduktion auch ohne Verbote möglich ist», sagt Dagmar Jenni, Geschäftsführerin der Swiss Retail Federation.

Auch weniger Plastiktragtaschen

2019 wurde eine weitere Branchenvereinbarung abgeschlossen, wonach der Verbrauch an Plastiktragetaschen bis 2025 um 35 Prozent gesenkt werden soll. Auch dieses Ziel wurde schnell übertroffen. Wurden 2020 noch 46'846'092 Taschen verkauft, konnte die Anzahl verkaufter Taschen 2021, also im ersten Jahr nach Inkraftsetzung, bereits um 65 Prozent auf 16'470'047 gesenkt werden. 2022 konnte der Verbrauch noch einmal reduziert werden.

Trend soll beibehalten werden

Die IG Detailhandel Schweiz und die Swiss retail Federation sind zufrieden mit diesen Ergebnissen. «Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es sich bei diesen Branchenvereinbarungen nicht um momentane Reduktionen handelt, sondern um eine nachhaltige Entwicklung der Branche», sagt Maja Freiermuth, Geschäftsführerin der IG Detailhandel Schweiz. Der Reduktionstrend soll weiterhin beibehalten werden.

www.swiss-retail.ch