Gefahrstofflogistik – automatisiert und Ex-Schutz-konform
ADVERTORIAL | Stöcklin Logistik AG | Die Hausammann Lagerhaus AG und die Stöcklin Group haben in der Schweiz am Standort Märstetten eine automatisierte Gefahrstoff- und Tiefkühllösung realisiert.

Automatisierte Lageranlagen im Ex-Schutz-Umfeld zählen zu den anspruchsvollsten Projekten in der Intralogistik. Strenge Explosions- und Brandschutzauflagen, lange Lieferzeiten für zertifizierte Komponenten und hohe Investitionskosten lassen wenig Spielraum für Fehlentscheidungen. Am Standort Märstetten hat die Hausammann Lagerhaus AG gemeinsam mit der Stöcklin Group gezeigt, wie sich diese Anforderungen in einer praxisgerechten, leistungsfähigen Lösung umsetzen lassen.
Entstanden ist ein zweigeteilter Neubau mit einem vollautomatischen Hochregallager für mehr als 3000 Gefahrgutpaletten sowie einem Tiefkühllager mit «PowerShuttle»-System für 4920 Paletten. Beide Lagerbereiche werden über eine gemeinsame Software gesteuert und erreichen einen Durchsatz von bis zu 400 Paletten pro Tag und Lagerhälfte.
Zwei Lager, zwei Sicherheitskonzepte
Die grösste planerische Herausforderung lag im Zusammenspiel von Ex-Schutz, Brandschutz und Flexibilität. Ursprünglich war vorgesehen, beide Lagerbereiche über eine Sauerstoffabsenkung zu sichern. Dieser Ansatz liess sich jedoch nur für den Tiefkühlbereich realisieren.
«Unser Geschäft ist davon geprägt, dass wir ein- oder zweimal im Monat andere Kunden und neue Produkte bekommen, für die wir eine Lösung finden müssen», sagt Roman Hausammann, Geschäftsleiter der Hausammann Lagerhaus AG. «Wir können uns nicht auf feste Warengruppen fokussieren.
Für das Gefahrstofflager hätte eine Sauerstoffabsenkung bedeutet, jedes neue Produkt einzeln auf sein Brandverhalten zu testen. «Das ist bei unserem Artikelumschlag einfach nicht machbar. Wir müssen extrem flexibel sein. Unsere Systeme müssen praktisch alles können», so Hausammann. Die Entscheidung fiel deshalb auf eine klare Trennung der Sicherheitskonzepte: Sauerstoffreduktion im Tiefkühllager, eine spezielle Schaumsprinkleranlage im Gefahrstofflager. Die bauliche Trennung der beiden Bereiche war dafür zwingend erforderlich – sowohl aus sicherheitstechnischer als auch aus regulatorischer Sicht.
Ex-Schutz verlangt Erfahrung
Neben dem Brandschutz stellte auch die Anlagentechnik hohe Anforderungen. Sämtliche Komponenten, die mit Gefahrgut operieren, müssen für den Einsatz in Ex-Schutz-Zone 2 zertifiziert sein. Zum Einsatz kommen unter anderem drei Ex-geschützte Regalbediengeräte vom Typ «MASTer 24» sowie zwei tiefkühlfähige «MASTer 24» mit «PowerShuttle»-System, ergänzt durch Fördertechnik in Spezialausführung.
«Alles was ATEX ist, ist nicht nur kostenintensiver als in normaler Ausführung – es hat zumeist auch deutlich längere Lieferfristen», betont Roman Hausammann. Für den Projekterfolg sei es daher entscheidend gewesen, einen Partner zu wählen, der selbst für Ex-Bereiche fertigt, die nötigen Zulassungen mitbringt und über entsprechende Erfahrung verfügt. Genau hier brachte Stöcklin seine langjährige Ex-Schutz-Kompetenz ein – von der Planung über das Engineering bis zur Inbetriebnahme.
Software als verbindendes Element
Parallel zur Anlagentechnik wurde auch die Softwarelandschaft erneuert. Ziel war es, Schnittstellen zu minimieren und die Verantwortung klar zu bündeln. «Uns war wichtig, möglichst wenig Schnittstellen zwischen Lagerverwaltungssoftware, Materialflussrechner und Anlage zu haben – und nur einen Ansprechpartner. Deshalb haben wir die komplette LVS-Struktur auf die logOS Software Suite von Stöcklin umgestellt», erklärt Hausammann.
Heute steuert das System alle Prozesse zentral, kommuniziert mit der Unternehmens-IT und ermöglicht dank Remote-Zugriff eine schnelle Reaktion auf Störungen – ein wesentlicher Vorteil in einer Ex-Schutz-Umgebung.
Betrieb, Service und Energieeffizienz
Nach intensiver Schulung kann das Betriebsteam viele Aufgaben selbst übernehmen. Ergänzend erfolgen regelmässige Wartungen durch Stöcklin. «Es ist ein enormer Vorteil, die Experten in der Nähe zu haben. Das spart im Ernstfall Zeit und sichert die Verfügbarkeit», so Hausammann.
Auch die Energieeffizienz wurde von Beginn an berücksichtigt. Das Hallendach ist vollständig mit Photovoltaikmodulen ausgestattet und deckt in den Sommermonaten bis zu drei Viertel des Strombedarfs. Eco-Modus, Energierückspeisung und das sequenzielle Anfahren der Regalbediengeräte tragen zusätzlich zu einem wirtschaftlichen Betrieb bei.
Lessons Learned
Das Projekt zeigt, wie entscheidend ein sauber erarbeitetes Pflichtenheft, klare Verantwortlichkeiten und ein erfahrener Partner sind. «Mit einem klaren Pflichtenheft hat man als Bauherr die besten Voraussetzungen zu bekommen, was man sich vorgestellt hat», sagt Roman Hausammann. Gleichzeitig sei es wichtig gewesen, im Projektverlauf flexibel zu bleiben.
Mit Stöcklin realisierte Hausammann eine automatisierte Lagerlösung, die Ex-Schutz, Effizienz und Zukunftssicherheit verbindet – und zeigt, dass Erfahrung im explosionsgeschützten Anlagenbau ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Warum Ex-Schutz ganzheitlich gedacht werden muss
Kurzinterview mit Mathias Hägeli, Ex-Schutz-Verantwortlicher bei der Stöcklin Group.
Wo liegen aktuell die grössten Herausforderungen im Ex-Schutz?
Mathias Hägeli: Im Zusammenspiel von Planung, Technik und Betrieb. In der Chemie- und Gefahrstofflogistik müssen Explosionsschutz, Brandschutz und Automatisierung gemeinsam betrachtet werden. Schweizer Vorgaben – inklusive kantonaler Auflagen – erfordern eine sehr frühe und saubere Abstimmung, um spätere Anpassungen zu vermeiden.
Was wird in Ex-Schutz-Projekten häufig unterschätzt?
M.H.: Der Betrieb über den gesamten Lebenszyklus der Anlage. Ex-Schutz endet nicht mit der Inbetriebnahme. Geräte im Ex-Bereich müssen korrekt ausgelegt, für die jeweilige Ex-Zone zugelassen und durch befähigte Personen gewartet werden. Das betrifft Mechanik, Elektrik, Steuerung und Software gleichermassen.
Welche Bedeutung haben zertifizierte Komponenten?
M.H.: Für Ex-Zone 2 dürfen ausschliesslich zugelassene Komponenten eingesetzt werden. Abweichungen sind nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb ist es entscheidend, bereits in der Planung Klarheit über eingesetzte Komponenten, Ersatzteilverfügbarkeit und Wartungskonzepte zu haben.
Warum spielt Erfahrung im Ex-Schutz eine so grosse Rolle?
M.H.: Viele Fragestellungen lassen sich nicht allein normativ lösen. In der Praxis geht es um Details: Wartungszugänge, Software-Updates, Dokumentation oder Lieferzeiten zertifizierter Bauteile. Diese Aspekte lassen sich nur beherrschen, wenn Ex-Anlagen über viele Jahre geplant, realisiert und betrieben wurden.
Was zeichnet Stöcklin im Ex-Schutz fachlich aus?
M.H.: Stöcklin entwickelt und fertigt Ex-Schutz-Lösungen im eigenen Technologie-Center in der Schweiz – alles unter einem Dach. Mechanik, Steuerung, Software und Service sind eng verzahnt. Das schafft kurze Entscheidungswege, klare Verantwortlichkeiten und eine durchgängige Qualität von der Planung bis in den Betrieb.
Welche Empfehlung geben Sie Betreibern in der Gefahrgutlogistik?
M.H.: Ex-Schutz sollte integraler Bestandteil der Intralogistik sein – nicht eine nachgelagerte Zusatzanforderung. Wer Planung, Technik und Service ganzheitlich denkt, reduziert Risiken und stellt die langfristige Verfügbarkeit der Anlage sicher.

Mathias Hägeli