«Logistics & Automation 2026»: fulminanter Start
Die Schweizer Intralogistik- und Logistik-Fachmesse «Logistics & Automation», die Ende Januar 2029 zusammen mit der Verpackungs-Messe «Empack» in den Messe-Hallen der Bernexpo in Bern stattfand, verzeichnete vor allem in den Morgenstunden des ersten Messetages (28. Januar 2026) ausserordentlich rege Betriebsamkeit.

Die Redaktion der LOGISTIK liess es sich selbstverständlich nicht nehmen und stattete der «Logistics & Automation 2026» in Bern sogleich am ersten Messtag einen längeren Besuch ab. Kurzfazit: sämtliche von uns besuchten Ausstellerfirmen, wie beispielsweise Stöcklin Logistik, Westfalia, Linde Material Handling Schweiz, TGW, Sulser Group, EPG, Müller Processing, SSI Schäfer sowie Verbände wie GS1 Switzerland und «Swiss Logistics by ASFL SVBL» zeigten sich sehr angetan vom Messeauftakt und waren über den Besucheraufmarsch hoch erfreut. Praktisch alle angefragten Exponenten berichteten davon, dass sie vor allem in den ersten Stunden des Vormittags ausserordentlich gute Gespräche, wertvolle Kontakte und vereinzelt auch konkrete Aufträge verzeichnen konnten. Am Nachmittag war dann in der Messe-Halle 3.0 der Bernexpo deutlich weniger los, was sicherlich auch daran lag, dass das Wetter draussen äusserst garstig war - der anfänglich starke Schneeregen ging rasch in Nassschnee über.
Besucherqualität wichtig
An der offziellen Medienkonferenz des Messe-Veranstalters Easyfairs Schweiz erklärte die Messe-Leiterin ad interim Kristina Nadjarjan, dass sich die Intralogistik- und Logistik-Branche «veränderten Anforderungen» ausgesetzt sehe. Damit meinte sie in erster Linie die zunehmende Digitalisierung, die nicht nur die Branche selber betrifft, sondern auch Messe-Veranstalter zusehends fordere. Nadjarjan betonte, dass die Qualität der Fachbesucher der beiden Fachmessen inbesondere für die Aussteller relevant und wichtig sei. Die Besucherqualität sei fast wichtiger einzuordnen als das Wachstum bei den Besucherzahlen. Zentral sei zudem das Networking, so Nadjarjan: «Das Netzwerken steht verstärkt im Zentrum. Dadurch, dass wir das Messe-Duo jährlich durchführen, wissen unsere Aussteller sehr zu schätzen, dass sie eine Branchen-Plattform haben, an der sie sich einmal im Jahr kompakt an zwei Tagen mit ihren Kunden oder Lieferanten austauschen können.»
Easyfairs Schweiz veranstaltet das Messe-Duo «Logistics & Automation» und «Empack» in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Bern. Die Zahl sei gegenüber der vergleichbaren «Berner Ausgabe» von 176 Ausstellern im Jahr 2024 leicht auf 179 Aussteller in diesem Jahr gestiegen. Der Messe-Standort Zürich sei im Übrigen für die beiden Messen der deutliche etabliertere, dies sei historisch bedingt, da die Vorgänger-Messen schon früher unter anderem auch in Zürich über die Bühne gingen. Apropos Messe-Austragungsort Zürich: 2027 sollen die «Logistics & Automation» und die «Empack» flächen- und ausstellermässig wachsen. Zudem stehe im kommenden Jahr in Zürich ein Umzug auf dem Plan - weg von den bisherigen Messe-Hallen 3 und 4 neu in die Hallen 1 und 2, so Kristina Nadjarjan.
Diverse Herausforderungen
Jan Eberle, Head of Industry Engagement Logistics beim Verband GS1 Switzerland, sagte am Medien-Roundtable der beiden Fachmessen: «Für mich ist insbesondere die 'Logistics & Automation' das logistische Kick-off ins Jahr. Es ist wunderbar, dass man mit diesem Branchen-Treffen der Logistiker jeweils den Auftakt ins neue Jahr mit den Branchen-Vertretern gemeinsam begehen kann.» Eberle erklärte weiter, dass auch die Logistik-Branche in der Schweiz verschiedene Herausforderungen zu bewältigen habe. Insbesondere seien dies Themenfelder wie Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und stark wachsende IT-Infrastrukturen. Beim Thema Fachkräftemangel habe er jedoch eine Abflachung der Problematik feststellen können, nicht zuletzt auch deswegen, weil es auch bei grösseren Logistikunternehmen in jüngerer Zeit vermehrt zu Kündigungen gekommen sei. Auch im Bereich der Nachhaltigkeit sei es zu Verschiebungen gekommen. Eberle dazu: «Sobald die Zeiten unsicher werden wie eben jetzt gerade, setzen Unternehmen die Prioritäten anders, und so hat die Nachhaltigkeit bei den Firmen automatisch nicht mehr höchste Priorität. Das ist nachvollziehbar.»
Ein anderes, wichtiges Thema sei die künstliche Intelligenz im Kontext mit der Logistik. «Man stellt fest, dass eine Einführung von schlauen und gut eingeführten, integrierten Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz eben nicht so einfach ist, und dass solche Lösungen in der Regel sehr kostenintensiv sind. Das stellt Unternehmungen zum Teil vor grosse Herausforderungen». Ein weiterer herausfordender Aspekt sei, dass die Anforderungen an die IT-Infrastruktur der Unternehmen - gerade im Logistik-Sektor - über die gesamte Logistikkette hinweg stetig wachse. Das wiederum führe zu deutlich höheren Kosten, so wie auch der Kostendruck zunehme.
Eberle schloss seine Bemerkungen mit folgenden Worten: «Es sind sicherlich nicht die besten Zeiten derzeit. Zum Teil ist es auch kritisch. Aber ich denke, dass gerade der Logistik-Sektor sehr gut auch in harten Zeiten mit solchen nicht einfachen Situationen umgehen kann. Ich selber habe absolut keine Bedenken, dass sich die Situation in eine negative Richtung entwickeln könnte. Gerade wir hier in der Schweiz sind im Vergleich mit dem Ausland nach wie vor sehr gut und sehr stark aufgestellt.»

Kristina Nadjarjan vom Messeveranstalter Easyfairs Schweiz.

Jan Eberle, , Head of Industry Engagement Logistics beim Verband GS1 Switzerland.