Logistik-Cluster Region Basel feiert Jubiläum und blickt in die Zukunft

Der Logistik-Cluster Region Basel feierte am 21. Oktober 2026 in der Walzhalle in Münchenstein sein 15-jähriges Jubiläum. Unter dem Motto «Logistik trifft Zukunft» lauschten rund 110 Gäste - unter anderem - einem äusserst interessanten Input-Referat des Zukunftsforschers Andreas M. Walker. Des Weiteren orientierten Gian Alessi und Deborah Strub darüber, wohin die Reise des Logistik-Clusters Region Basel in den Jahren 2027 bis 2029 gehen wird.

Gian Carlo Alessi Logistik-Cluster Region Basel
Bild: Robert Altermatt
Gian Alessi, Präsident des Logistik-Clusters Region Basel, anlässlich der 15-Jahr-Jubiläumsveranstaltung in der Walzhalle in Münchenstein.

Am 3. November 2011 war es, als der Logistik-Cluster Region Basel auf dem Dreispitz-Areal in Basel mit viel Elan, Zuversicht (und etwas Glamour) offiziell ins Leben gerufen wurde. Seither ist in der Logistik-Hochburg Basel viel Wasser den Rhein in Richtung niederländisches Meer runtergeflossen - gut, in diesem extremen Hitze-Sommer 2026 deutlich weniger;-) - und auch bei der Basler Logistik-Initiative hat sich in dieser 15-jährigen Zeitspanne viel ereignet. Vor allem aber hat der Logistik-Cluster Region Basel seit dem Jahr 2011 im Logistik-Bereich einige wichtige logistische Themen und Initiativen aufgegriffen und angestossen.

Blick zurück - und nach vorne

An der 15-Jahr-Jubiläums-Veranstaltung in Münchenstein blickten die aktuellen Verantwortlichen des Logistik-Clusters Region Basel, Gian Alessi und Deborah Strub, kurz auf die Entwicklungen und die gemeinsamen Erfolge der letzten 15 Jahre zurück - und wagten einen ersten Ausblick, wie es mit der Initiative in den nächsten Jahren weitergeht. Gian Alessi, Präsident des Logistik-Clusters Region Basel, rollte nochmals kurz die Entstehungsgeschichte der Initiative auf. Alessi erwähnte dabei unter anderen insbesondere Martin Dätwyler, den heutigen Direktor der Handelskammer beider Basel (HKBB), der ursprünglich die Idee hatte, eine solche Initiative auf die Beine zu stellen.

Dätwyler erklärte rückblickend, dass die Logistik in der Region Basel eine der wichtigen Leit-Branchen gewesen (und immer noch ist) und dass sie für alle - für die Wirtschaft und die Gesellschaft - unverzichtbar sei. In der Bevölkerung sei aber damals die Bedeutung der Logistik weitgehend nicht bekannt gewesen. Zudem habe bei den hiesigen Logistik-, Speditions- und Transportunternehmen eine neutrale und gemeinsame Plattform gefehlt. Mit der Etablierung des Logistik-Clusters Region Basel habe man es geschafft, «diese Lücke zu schliessen», so Dätwyler weiter.

Auch Gian Alessi würdigte die Weitsicht der Initianten: «Es war eine grandiose Idee damals, alle Verbände, alle Organisationen und wichtigen Akteure zusammenzutrommeln, welche die Logistik in der Region Basel auch tatsächlich bewegen.» Alessi sagte, dass der Cluster bereits ganz zu Beginn seines Bestehens sehr innovativ gewesen sei, indem er einen Leitfaden Logistik lanciert habe. Ausserdem habe der Logistik-Cluster Region Basel von Anfang an darauf Wert gelegt, an grossen Logistik-Messen wie der «transport logistic» in München oder an Bildungsmessen präsent zu sein. Des Weiteren habe die Cluster-Initiative versucht, Einfluss auf die regionale Verkehrspolitik (Stichwort Güterverkehrskonzept) zu nehmen und sie habe unzählige Veranstaltungen, Workshops, aber auch Vorstösse und Initiativen lanciert.

Neuausrichtung

Der Logistik-Cluster Region Basel wird und muss sich ab 2027 inhaltlich und finanziell neu ausrichten. Hauptgrund dafür ist, dass Ende 2026 die aktuelle Strategieperiode vom Logistik-Cluster Region Basel ausläuft. Mit der fünften Strategieperiode in Folge des Logistik-Clusters Region Basel endet im laufenden Jahr auch das «Public Private Partnership» der beteiligten Partner. Die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben sich bereits im Frühjahr 2026 entschieden, per Ende dieses Jahres aus der Trägerschaft vom Logistik-Cluster auszusteigen. Das wiederum hat zur Folge, dass deren Fördergelder künftig ausbleiben.

Vier Handlungsfelder identifiziert

Der Logistik-Cluster Region Basel - einschliesslich der Vertreter der Branchen-Verbände und der Infrastruktur-Betreibenden im geschäftsführenden Ausschuss - hat sich nun darauf geeinigt, dass die Initiative gemeinsam weiter betrieben und in eine neue Zukunft geführt werden soll. Mit seiner Strategie 2027–2029 setzt der Cluster Impulse für die Logistik von morgen. Im Zentrum stehen vier Handlungsfelder: Dialog und Netzwerk, Schlüsselinfrastrukturen, Arbeitskräfte der Zukunft sowie Innovation.

Die vier Schwerpunktthemen der neuen Strategie setzen dort an, wo die Branche vor zentralen Herausforderungen steht. «Wir machen die Bedeutung der Logistik für Versorgungssicherheit von Bevölkerung und Wirtschaft sichtbar und unterstützen die Logistikunternehmen bei Herausforderungen wie Digitalisierung, Dekarbonisierung, Nachwuchs- und Fachkräftemangel, Flächenverfügbarkeit und Erhalt leistungsfähiger Verkehrsinfrastrukturen», erläuterte Deborah Strub, Leiterin Cluster & Initiativen Handelskammer beider Basel (HKBB).

Der Logistik-Cluster Region Basel will dazu Unternehmen noch besser vernetzen, Entwicklungen frühzeitig erkennen und anpacken sowie den Zugang zu Wissen, Innovationen und Kooperationen fördern. «Mit unserer Strategie geben wir der Logistik eine starke Stimme, schaffen Verständnis für ihre Systemrelevanz und bringen gemeinsame Anliegen mit geeinter Kraft gegenüber Politik und Verwaltung ein», so Logistik-Cluster-Präsident Gian Alessi. Dazu sind Cluster-Lunches und Praxiszirkel zu den Schwerpunktthemen Innovation, Digitalisierung/künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit, sowie Aktivitäten geplant, um für die Bevölkerung die Welt der Logistik erlebbar zu machen. Eine Politik-Tour durch den Logistikstandort fördere zudem den Dialog zwischen Logistikwirtschaft und Politik.

Zentrale Zukunftsfragen der Logistik

Das 15. Jubiläums-Forum des Logistik-Clusters Region Basel stellte zentrale Zukunftsfragen der Branche ins Zentrum. Wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Arbeitswelten die Logistik-Branche verändern, zeigte Zukunftsforscher Andreas M. Walker auf. Dabei betonte er: «Logistik verspricht Verlässlichkeit in einer Welt, die sich ständig verändert. Dieses Versprechen erfüllen Menschen, die auch bei Ungewissheit urteilen, Alternativen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Wer die Logistik zukunftsfähig machen will, muss deshalb auch in die Menschen investieren.»

Nach dem Referat von Zukunftsforscher Andreas M. Walker kam es zum Powertalk mit Dr. Roland Pfister. Dieser ist seit Oktober 2025 Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL). Im Gespräch zwischen Pfister und Logistik-Cluster-Präsident Alessi rückte dabei das virulente Thema der Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt.

Pfister legte dar, wie bedeutend die Logistik für die Resilienz und Versorgungssicherheit der Schweiz ist. Die Situation in Sachen Versorgungssituation in der Schweiz sei seit Längerem angespannt. Seit rund einem Jahr und insbesondere in diesem extrem trockenen und heissen Sommer 2026 habe sich die Gesamtsituation deutlich verändert und die Versorgungslage für Güter wie Mineralöl, Kerosin, Gas, aber auch Futtermittel, Getreide oder Dünger stark verschärft. Die starken geopolitischen Verwerfungen wie der Krieg mit dem Irak, die Problem rund um die Strasse von Hormuz hätten unmittelbare Auswirkungen auf die kleine, aber erfolgreiche Schweizer Volkswirtschaft, so Pfister. Ein zweites grosses Problem stelle der Klimawandel dar. Gerade im Bereich der Logistik sei dieses Problem sehr ausgeprägt zu Tage getreten. Der diesjährige Hitzesommer habe schonungslos aufgezeigt, dass die wichtige Logistik-Achse des Rhein wegen des Niedrigwassers nur bedingt funktioniert habe.

www.logistikcluster-regionbasel.ch
www.hkbb.ch

Logistik-Cluster Basel Forum_2026_Gruppenbild
Bild: HKBB/Pino Covino

Feierten 15 Jahre Logistik-Cluster Region Basel (v.l.): André Auderset (ehemaliger Geschäftsführer Schifffahrts- und Hafenverband Schweiz SVS & Mitinitiant Logistik-Cluster), Markus Breisinger (Mitgründer & ehemaliger externer Projektleiter Logistik-Cluster), Daniel Lüdin (Cluster & Initiativen Handelskammer beider Basel), Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler, Logistik-Cluster-Präsident Gian Alessi, Thomas Schwarzenbach (ehemaliger Direktor Spedlogswiss & Mitgründer Logistik-Cluster), Deborah Strub (Abteilungsleiterin Cluster & Initiativen Handelskammer beider Basel), Roland Pfister (Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL), Christoph Brutschin (ehemaliger Regierungsrat Basel-Stadt & Mitgründer Logistik-Cluster), Zukunftsforscher Andreas M. Walker und Rhenus Alpina-CEO Andreas Stöckli.

Logistik-Cluster Basel Forum_2026_Andreas M. Walker
Bild: HKBB/Pino Covino

Zukunftsforscher Andreas M. Walker zeigte den rund 130 Gästen in seinem Input-Referat, wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Arbeitswelten die Logistik-Branche verändern.

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